Naturnahe Waldbewirtschaftung?

Wald ohne Windkraft (Wo)bei Trebel
Fotomontage: Ade Litz

In unserer dörflichen Heimat Trebel will Fried Graf von Bernstorff mit Unterstützung seiner Grünen Follower eine gigantische Industrieanlage erstellen lassen. Wenn es nach seinem Willen geht, soll der Weltkonzern Enercon 16 Windräder des Typs E-141 in den Wald bei Trebel stellen. 

Nach Informationen von Enercon sind die geplanten Windkrafträder des Typs E-141 mit einer Gesamthöhe von 230 Metern mit die höchsten Windräder auf der Welt, die es zur Zeit für das Binnenland gibt. Diese Windkraftanlagen wurden extra für Standorte mit schlechter Windbedingung entwickelt. Zum Vergleich, der Commerzbank Tower in Frankfurt war bis im Jahr 2003 das höchste Gebäude in Europa. Heute ist es mit seinen 259 Metern immer noch das höchste Gebäude in Deutschland. 

Die Rotorenblätter haben einen Durchmesser von 141 Metern. Das ist exakt 36 Meter länger als das Fußballfeld auf Schalke. Der 159 Meter hohe Turm besteht aus insgesamt 39 Betonringen und wiegt allein 2.500 Tonnen. Das Maschinenhaus ist etwa 450 Tonnen schwer und hat eine Länge von 19 Metern und einen Durchmesser von rund 9 Metern. Insgesamt ist die gesamte Windkraftanlage vom Fundament bis zur Flügelspitzen etwa 2.900 Tonnen schwer.

 Damit eine Windkraftanlage des Typs E-141 aufgestellt werden kann, muss eine Fläche von 5700 m2 gerodet werden. Hinzu kommen noch die Zufahrtswege. Um ein Windrad vom Typ E-141 zu transportieren sind bis zu 87 LKW-Transporte nötig (16 x 87 = 1.392 Fahrten). Dazu kommen noch 70 Schwerlastfahrten für den großen Gittermastkran hinzu. Für das Fundament wird eine Baugrube mit einem Durchmesser von 26 Metern und einer Tiefe von 3 Metern ausgehoben. In diesem Fundament werden rund 130 Tonnen Stahl verbaut. 220 Betonfahrzeuge müssen innerhalb eines Tages anfahren, um das Fundament für 1 Windrad zu gießen. Daher sind bei 16 Windrädern 3.520 Fahrten mit Betonfahrzeugen notwendig. 

Bei diesen Zahlen zur Technik werde ich das Gefühl nicht los, das dieses Vorhaben nicht wirklich mit den Zielen der Energiewende etwas gemeinsam hat. Fried Graf von Bernstorff ist Erbe einer der größten Waldflächen in Niedersachsen. Von einer naturnahen Waldwirtschaft, wie es auf einer Internetseite aus Gartow so schön heißt, ist dieses Projekt auch sehr weit entfernt.

Das Wendland und besonders das Fleckchen Erde um Trebel mit seinen Menschen und der unverwechselbaren Landschaft ist meine neue Heimat geworden. Heimat bedeutet für mich nicht nur, mit dem Nachbarn übern Gartenzaun das Bier zu genießen. Es bedeutet auch, zu handeln und Verantwortung für das, was vor der eigenen Haustür passiert, zu übernehmen. Goldgräbervisionen und naturzerstörende Klimarettungsprojekte gehört nicht in meine Heimat.

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